VBE Hessen steht UBUS-Kräften beim Runden Tisch Rede und Antwort

VBE Hessen steht UBUS-Kräften beim Runden Tisch Rede und Antwort

(21.05.2019) Im Nu ausgebucht und eine lange Warteliste: Die VBE-Veranstaltung für UBUS-Kräfte in Rödermark war von Anfang an auf enormes Interesse (über den Landkreis Offenbach hinaus) gestoßen, und auch beim Treffen am „Runden Tisch“ an der Trinkbornschule zeigte sich: Der Bedarf an verbindlichen Auskünften ist ebenso groß wie das Bedürfnis, sich über die eigenen Arbeitsbedingungen auszutauschen.

Referent Christian Keller (VBE Offenbach) erklärte zunächst den rechtlichen Rahmen, den der UBUS-Erlass von 2018 vorgibt. Eine trockene Lektüre, die aber grundlegende Informationen zu Arbeitszeiten, Aufgaben u. ä. enthält. Was nicht darin steht, erläuterte Christian Keller: dass UBUS-Kräfte Reisekosten abrechnen können und unbedingt ihre Arbeitszeiten genau dokumentieren sollten. Denn, so lästig Papierkram sein mag, sollte sich keine UBUS-Kraft angesichts der eher mäßigen Bezahlung schlechter stellen als nötig.

Apropos Geld: Ein Aufreger für einige Teilnehmer/innen war, dass „ihre“ Schulen mündlich eine Bezahlung in Aussicht gestellt hatten, die nach dem Eingruppierungsverfahren nicht erfüllt wurde. Frustrierend, aber rechtlich nicht angreifbar, stellte Referent Keller klar. Zugleich wies er darauf hin, dass der Personalrat gegen die in einem zweiten Schritt erfolgende Einstufung sehr wohl Einspruch erheben kann, zum Beispiel, wenn bestimmte berufliche Erfahrungen aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht anerkannt wurden.

Ein großes Thema unter den UBUS-Kräften waren die Arbeitsbedingungen: Viele beklagten, dass sie keinen eigenen Raum, keine Arbeitsmaterialien oder gar ein eigenes Budget hätten. Hier erwies es sich als fruchtbar, dass auch Schulleiter/innen mit in der Runde saßen. Sie schilderten die eigenen Geld- und Raumnöte und betonten: „Es ist nur die Frage, wie wir den Mangel verteilen.“

Eine Anregung war, den Förderverein „anzuzapfen“. Eine andere, darauf zu drängen, dass bei den jährlichen Budget-Verhandlungen in der Schule die UBUS-Arbeit berücksichtigt wird. Und in jedem Fall gilt: nicht abwarten, sondern selbst die Initiative ergreifen – wie die UBUS-Kraft, die an ihrer Schule einen freien Raum für Beratungsgespräche ausfindig gemacht hat, obwohl laut Auskunft der Schulleitung alle Räume belegt waren.

Unklarheit herrscht unter den anwesenden UBUS-Kräften auch beim Thema Aufgaben und Arbeitszeiten: Zählt die Pausenaufsicht zur Arbeitszeit? Darf ich 1/3 meiner Arbeitszeit im Home-Office arbeiten? Was genau ist mit „fiktiver Ferienarbeit“ gemeint? Wer definiert meine Stelle – ich oder die Schulleitung?

Angesichts der zahlreichen Fragen und des regen Austauschs verging die auf 2,5 Stunden angesetzte Veranstaltung wie im Flug. Um möglichst viele drängenden Fragen zu klären, standen Christian Keller sowie der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann und Benjamin Schlett, UBUS-Kraft an der Trinkbornschule, den Teilnehmer/innen auch nach dem offiziellen Teil noch Rede und Antwort.

Was bleibt: der Wunsch der UBUS-Kräfte nach Vernetzung und Austausch. Der VBE Hessen will und wird seinen Teil dazu beitragen – der nächste Runde Tisch für UBUS-Kräfte ist in Planung.

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