VBE-Landesleitung diskutiert mit Kultusminister Lorz über Lehrerbildung

VBE-Landesleitung diskutiert mit Kultusminister Lorz über Lehrerbildung

(28.09.2019) Am letzten Tag vor den Herbstferien hat die Landesleitung des VBE Hessen Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz zum Gespräch getroffen. Den Austausch in Wiesbaden konnte der VBE Hessen auch diesmal nutzen, um dem Minister und den anwesenden Abteilungs- und Referatsleitern die Sicht von Praktiker/innen auf Probleme im Schulalltag und auf bildungspolitische Vorhaben zu schildern.

Die Novellierung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes (HlbG) war dabei das zentrale Thema: Erneut wies der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann darauf hin, dass aus Verbandssicht alle Lehrämter gleichwertig seien und sich dies auch in der Studiendauer widerspiegeln müsse. „Die Studieninhalte sind zwar unterschiedlich – aber es gibt für Grund-, Haupt- und Realschul-Lehrkräfte nicht weniger zu lernen“, sagte Wesselmann und nannte Themen wie Heterogenität, Arbeit in multiprofessionellen Teams, Schulrecht sowie Prävention und Intervention im Umgang mit schwierigen Schüler/innen. Diese müssten endlich in den Uni-Curricula verankert werden, da LiV in dieser Hinsicht völlig unvorbereitet an die Schulen kämen und im eigenverantwortlichen Unterricht dann oft unsicher seien.

In der ersten Phase der Lehrerausbildung brauche es außerdem mehr Kontrolle darüber, dass grundlegende Kenntnisse, die durch die Studienordnungen vorgegeben werden, auch vermittelt werden. Hier begrüßt der VBE Hessen die Aussagen im Koalitionsvertrag zu zentralen Prüfungsaufgaben. Die Landesleitung bekräftigte zudem ihre Kritik an der Modularisierung der Ausbildung an den GHRF-Studienseminaren, bei der Fachwissenschaft und -didaktik oft zu kurz kämen.

Zur Sprache kamen ferner die Lernstandserhebungen, die aus Sicht des VBE Hessen keinerlei Gewinn für die Lehrkräfte bringen, sondern nur zusätzliche Arbeit bedeuten und daher – wenn nicht entscheidend verbessert – abgeschafft werden sollten, sowie das Ländertauschverfahren, bei dem es immer wieder Probleme mit der Freigabe gibt.

Außerdem drängte der VBE Hessen darauf, die Überarbeitung des Hessischen Referenzrahmens Schulqualität (HRS) endlich abzuschließen und diesen den Schulen an die Hand zu geben, sowie das Versprechen auf Verwaltungsfachkräfte an Schulen baldmöglichst einzulösen.

Es war ein Austausch, bei dem beide Seiten die eigenen Positionen sehr klar und ehrlich vertraten, aber die Bedenken und Einwände der anderen genau anhörten. Mit anderen Worten ein Austausch ganz im Sinne des VBE Hessen: überzeugend sachlich, sachlich überzeugend!

Artikel als PDF downloadenDrucken