Fortbildungsreihe "Meine eigene Klasse" des Jungen VBE ist gestartet

Fortbildungsreihe "Meine eigene Klasse" des Jungen VBE ist gestartet

(29.05.2019) Die Tücke liegt… in der Praxis. Diese Erfahrungen machen viele Lehrkräfte, die nach Studium und Referendariat erstmals eine Klassenführung übernehmen und da weit mehr als didaktische und pädagogische Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen.

Junge Lehrerinnen und erfahrene Kollegin im Team
Was sollte ich bei der Organisation eines Elternabends beachten? Soll ich der WhatsApp-Elterngruppe beitreten? Wie verhalte ich mich, wenn Elterngespräche ausufern und doch zu keinem Ergebnis führen? Um Fragen wie diese kreiste die Fortbildung „Elternarbeit“, die der Junge VBE im Rahmen der Reihe „Meine eigene Klasse“ am 27. Mai in Zwingenberg ausrichtete. Referentinnen waren Lisa Dams und Lisa Marschall vom VBE Bergstraße-Odenwald, denen als Junglehrerinnen die Fragen und Unsicherheiten von Berufseinsteiger/innen noch sehr präsent sind. Als erfahrene Kollegin war Hanne Thron-Dams mit im Fortbildungsteam.

Wichtig für den Elternabend: Selbstbewusstsein und gute Vorbereitung
Die Tische in einem Klassenzimmer der Melibokusschule waren voll besetzt mit jungen Frauen, die gerade das Referendariat hinter sich oder ihre erste Stelle an einer Schule angetreten haben. Der Gedanke an den ersten Elternabend sorgt bei einigen durchaus für Unbehagen – allein der Gedanke, skeptisch beäugt zu werden von Müttern und Vätern, die einige Jahre älter sind als man selbst. Lisa Dams ermutigte die Teilnehmerinnen, selbstbewusst zu signalisieren: „Ich bin gut ausgebildet und weiß, was ich tue. Vertrauen Sie mir!“ Gleichzeitig sei gute Vorbereitung auf den Elternabend äußerst wichtig, um den Eltern die Lehrwerke vorstellen zu können sowie notwendige Arbeitsmaterialien und den Beitrag zur Klassenkasse benennen zu können. „Das kann langwierige Diskussionen am Abend selbst ersparen“, wie Lisa Marschall in Erinnerung an ihren ersten Elternabend sagte.

Die Klassenkasse ist Elternsache
Apropos Klassenkasse: Diese zu führen, ist laut Erlass des HKM Aufgabe des Elternbeirats – und Dams riet dazu, diese Aufgabe unbedingt zu übertragen, um Vorwürfen der Intransparenz oder gar Geldverschwendung vorzubeugen. Tipps gab es ferner für konfliktreiche Elterngespräche (nie alleine führen!), Klassenfahrten (Einverständnis bzgl. der Kosten schriftlich geben lassen!), zur Beteiligung an Elternabenden (Vorträge z.B. zu Suchtprävention als „Lockmittel“ vor die Tagesordnung schalten) und Hospitanzen von Eltern (sind erlaubt, und manchmal sehr sinnvoll!).

Tabu WhatsApp-Gruppe
Für viele Situationen im Schulalltag, das machten Lisa Dams, Lisa Marshall und Hanne Thron-Dams deutlich, gibt es aber kein Patenrezept. Ob man beispielsweise eine Telefonnummer oder eMail-Adresse an die Eltern herausgibt oder Nachrichten nur über das Hausaufgabenheft austauscht, hängt letztlich davon ab, wie viel Nähe oder Distanz eine Lehrkraft wünscht. Nur ein Tabu gibt es aus Sicht der Referentinnen in der Kommunikation mit Eltern: sich der Nachrichtenflut und ständigen Pling! einer WhatsApp-Elterngruppe auszusetzen…

Text: Eva Keller
Auf dem Foto: Lisa Dams, Referentin und Sprecherin des Jungen VBE, im Gespräch mit einer Teilnehmerin

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